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Sonnenschein lockt Besuchermassen

Wow! Wann war es das letzte Mal so voll auf Crange? Ich hatte in den vergangenen Tagen zum Thema „Gedränge“ recherchiert und herausgefunden, dass Menschenstaus eigentlich gar nicht mehr entstehen. Nicht nur aus dem Grund, dass die Cranger Kirmes vielleicht nicht mehr so gut besucht war, sondern auch wegen der besseren Planung. Die Kirmes ist einfach besser aufgestellt, so dass stark frequentierte Attraktionen nicht nahe beieinander stehen.

Angesichts dieses Kirmessonntags kann ich meine Aussagen wie „es kommt daher kaum noch zu Stauungen“ fast revidieren. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass es einfach überall so voll war, dass es nur stückweise voranging. Aber zumindest kam es für mich nie gänzlich zum Stillstand, insofern hat sich die bessere Aufteilung der Kirmes wohl doch bemerkbar gemacht.

500 000 Besucher sollen es jeweils am Freitag und am Samstag gewesen sein, Sonntag schätzte die Polizei circa 300 000 bis zum frühen! Abend. Letztlich kann ich mir aber nur vorstellen, dass der Sonntag den bisherigen Rekord geknackt hat.

image Selbst um 18:45 schien noch die Sonne (Foto), ich wünschte, ich hätte eine Sonnenbrille mitgenommen. Mit dem traditionellen Kirmeseis habe ich dann auch noch gewartet, bei diesen Temperaturen wäre es mir glatt in der Hand davon geschmolzen. Knapp zweieinhalb Stunden später wurde das Klima sehr angenehm und ich konnte mir ohne Schmelzgefahr ein Eis genehmigen – übrigens an der Bude vis-à-vis des Riesenrads.


Dort wirbt „Schmitz“ mit fettreduziertem Eis. Nur zwei Prozent Fett soll die sahnige Masse enthalten. Dreht man den Kopf ein wenig zur Seite sieht man übrigens eine Mandelbrennerei, die „zahnfreundliche“ gebrannte Mandeln serviert. Diese haben weniger Zucker. Womit wir anscheinend die Gesundheitsecke der Cranger Kirmes gefunden haben.

image Meiner Meinung nach ist das aber ein Versuch, dem negativen Kirmesimage von Fett und Zucker zu entgegnen. Oft verwenden die Schausteller einfach viel zu viel der beiden Kalorienbomben! Daher sollte der Vorstoß der etwas gesundheitsbewussteren Schausteller unterstützt werden. Das Eis schmeckt zum Beispiel genau so gut wie ein Eis mit mehr Fett, wenn nicht sogar besser. Schokoglasur gibt es dort übrigens umsonst. Was allerdings auch heißt: Wenn der Eisschlecker eigentlich nicht vorhatte, einen Eismohr zu nehmen und wegen des Angebots aber doch zuschlägt, hat sich der Kalorienvorteil wieder erledigt.

Für die Polizei sei das Kirmeswochenende „wenig spektakulär“ verlaufen, obwohl mehr Einsätze gefragt waren. Interessant: In diesem Jahr muss die Stadt besonders viele Autos abschleppen lassen. Parken da wirklich so viele Leute falsch oder gibt es nur mehr Abschleppaufträge?

Ich lasse das Auto lieber stehen und bin mit dem Fahrrad unterwegs (bis zum Platz) – oder (auf dem Platz) mit einem Fahrgeschäft. Der „Disco-Jet“ bleibt am Boden und lässt mehrere schlittenartige Gondeln immer wieder im Kreis fahren. Dabei geht es auch immer auf und ab, wie bei den Schiffen des „Happy Sailor“. Das dritte Fahrgeschäft dieser Art heißt „Schlittenfahrt“, hier drehen sich die Schlitten nach außen, so dass der Fahrgast nicht ganz so viele Probleme mit der Fliehkraft hat. Im „Disco-Jet“ wird man nach außen gedrückt, festhalten ist da sehr schwierig.

Ein paar physikalische Experimente wollte ich dann aber doch machen, und so hechtete ich mich zur Innenseite des Wagens und versuchte mich festzuklammern. Nur mit den Armen funktionierte das nicht, aber mit der Hilfe der Füße schon. Unfreiwillig steht man dadurch ein wenig auf, was die Fahrt dann noch wesentlich spaßiger gestaltet – das Experiment hat sich ausgezahlt.

In diesem Jahr war ich noch nicht auf vielen Fahrgeschäften der Kirmes, aber heute werde ich höchstwahrscheinlich eine Art „Fahrtag“ einlegen und ein paar Attraktionen wieder ausprobieren. Vielleicht auch den neuen Knüller „Sky Screamer“… im Drachenfliegergeschirr aus 40 Metern Höhe herabfallen – wow!
 
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